Sonntag, 7. Dezember 2008

Ralf Moeller - Mein alter Bademeister for Ministerpräsident?!



Die Muskel gewordene Selbstüberschätzung hat eine neue Bühne gefunden, auf der sie mittelmäßig sein darf.... Bitte lasst mich aus diesem Alptraum aufwachen!


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Thailand 2008 - PR-Strategien einer konstruierten Revolution

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An diesem Artikel des Online-Magazins Telepolis lässt sich wunderbar beispielhaft die Überlegenheit von Online-Medien gegen das Massenmedium Fernsehen nachvollziehen.

Fernseh-Nachrichten können aus verschiedenen Gründen über das gleiche Thema nur eine viel oberflächlichere Informationstiefe bieten.

  • Jede Nachricht muß sich, unabhängig von ihrer Wichtigkeit, die verfügbare endliche Sendezeit mit dem gesamten restlichen Nachrichtenangebot teilen.
  • Jede Nachricht muss auf eindeutige Bilder und O-Töne reduziert werden, die die ständig kürzer werdende Aufmerksamkeitsspanne eines immer ungeduldiger werdenden Publikums noch fangen können.
So kann von der Situation in Thailand nur das übrig bleiben: eine spontane, basisdemokratische und doch königstreue Massenbewegung gegen ein durch und durch korruptes politisches System. Sympathisch, exotisch, telegen.

Dabei fällt das Fernsehen einer Situation zum Opfer, die es, wenn schon nicht bewusst geschaffen, doch nicht verhindert hat.

Denn der Boom von Online-Medien wie Telepolis widerlegt allein schon das bequeme Erklärungs-Klischee vom denkfaulen, reizüberfluteten, nachrichtenmüden couch potato Zuschauer, der "Bauer sucht Frau" der realen Welt vorzieht.

Diese Publikumsbeschimpfung ist zu einfach.

Der Zuschauer verweigert sich eben nicht der tiefen und vielschichtigen Analyse der Hintergründe einer Nachricht. Er verweigert sich dem Diktat von Tempo und Form, mit dem ihm alle TV-Sendern den "Fast Food"-Einheitsbrei "Neuigkeit" zwangsverabreichen wollen.

Im Gegnsatz dazu lassen Online-Medien alle Möglichkeiten der inhaltlichen, formalen und zeitlichen Gestaltung von Information offen beim Konsumenten.

Somit kann sich Telepolis Raum und Zeit nehmen, die Nachricht hinter der Nachricht von einer "Volksallianz für Demokratie" aufzudecken:

  • verdeckte Interessen zwielichtiger politischer Strippenzieher
  • Eine Regierung unter kategorischem Generalverdacht und ohne reellen politischen Handlungsspielraum
  • Eine Revolution als Marketingstrategie, bis in die Farbgebung durchkalkuliert
Aber bieten Spiegel oder Zeit nicht die selbe inhaltliche Tiefe? Ja, aber sie versagen in der Massenwirkung.

Online vereint die Stärke von TV als Massenmedium mit der Tiefe von Print.

Deshalb werden Print und TV letztlich im Internet vollständig aufgehen.



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Samstag, 6. Dezember 2008

Barack Obama - USA, was wollt Ihr denn noch?!

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Kaum sind acht Jahre Bush-Katastrophe endlich beendet, noch ist der neue Hoffnungsträger nicht im Amt, aber schon ist der demokratische US-Wähler unzufrieden.

Die Personalpolitik für sein Kabinett stünde nicht zu seinen Versprechen:
  • die Wirtschaft sollte vor den Risiken des globalen freien Marktes geschützt werden.
  • Der Abzug aus dem Irak sollte so schnell wie möglich erfolgen.
  • progressive Politik sollte am verkrusteten Washingtoner Politik-Apparat vorbei gemacht werden.
Obamas Kabinett:
  • Globalisierungs- und Freihandelsbefürworter
  • Irak-Krieg Strategen
  • langjährige Washington-Insider
Wirklich überraschend? Nein.

Aufwachen, Leute!!! Der notwendig fundamentalistische Dauerwahlkampf ist endlich vorbei. Die vollmundigen Versprechungen beider Fronten haben ihren Zweck so oder so erfüllt und gehören jetzt für mindestens 4 Jahre ersatzlos eingemottet.

Jetzt muß reelle Politik für die reale Welt gemacht werden und genau dieser Verpflichtung trägt Obamas Personalpolitik Rechnung.
  • Es gibt keinen Rückweg aus der globalen Weltwirtschaftsordnung in das romantische Idyll einer "splendid isolation". Dieser Weg führte die USA nur noch tiefer in die wirtschaftliche Ohnmacht. Ein Markt ohne Risiken ist ein Markt ohne Chancen.
  • "Die Jungs nachhause bringen", schön und gut. Aber nicht um den Preis eines explosiven Machtvakuums in einem politisch destabilisierten Irak. Paradox und doch logisch: Die im Irak gemachten Fehler können ohne die Kenntnis derer, die sie gemacht haben, nicht behoben werden.
  • Nazi-Deutschland hätte ohne die Hilfe geläuteter Mitläufer nicht demokratisiert werden können. Ein neues Washington wird nicht im virtuellen Raum geschöpft, sondern kann nur aus den Trümern des alten Washington wieder aufgebaut werden. Und nein, Nach acht Jahren Busch hinkt dieser Vergleich leider nicht.
Immer wieder sollte man den guten alten Machiavelli lesen: Jeder erfolgreiche Politiker muss lügen.

Messen müssen seine Wähler Obama an einem Versprechen, daß er so nie ausgesprochen hat:

Dass sie sich für seine Lügen nicht mehr werden schämen müssen.


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