31 Dezember 2006

Agenda 2007



1. Überleben!

ökonomisch.
körperlich.
geistig.
intellektuell.
emotional

2. Den Menschen das Licht in den Daten bringen :-)

Ecce Luzifer!

3. Beziehungen pflegen.


Alles andere ist Eitelkeit.

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Präsidialer Zuspruch


Danke Eva, für das wertvolle Angebot möglicher Konstrukte der Wirklichkeit.

Die Lebenstüchtigkeit eines Menschen, misst sich an der Entschlossenheit, mit der er seine Wirklichkeit gegen das Memento mori verteidigen kann. Wem es nicht gelingt, das memento mori im Alltag zu verdrängen, dem kann das carpe diem nicht gelingen.

Memento mori ist ein Wertmaßstab gegen die Eitelkeit. Carpe diem ist die daraus abgeleitete Lebenshilfe. Wer beides verwechselt, ist seines Lebens untüchtig.

Erst die rationale Entscheidung für ein Konstrukt von Wirklichkeit, so wie Eva einige angeboten hat, erlaubt es die eigene Sterblichkeit für den Augenblick auszublenden und den Tag zu rauben.

Von diesem Standpunkt ist Eva lebenstüchtiger als ich. Überleben ohne rational entschiedene Autosuggestion fällt schwer.

Also Werner!

Wenn schon barock, dann richtig!

Martin Opitz, 1624:

Carpe diem
Ich empfinde fast ein Grauen,
dass ich, Plato, für und für
bin gesessen über dir.
Es ist Zeit hinauszuschauen
und sich bei den frischen Quellen
in dem Grünen zu ergehn,
wo die schönen Blumen stehn
und die Fischer Netze stellen!

Wozu dient das Studieren
als zu lauter Ungemach!
Unterdessen läuft die Bach
unsers Lebens, das wir führen,
ehe wir es inne werden,
auf unser letztes Ende hin:
dann kömmt ohne Geist und Sinn
alles in die Erden.

Holla, Junger, geh und frage,
wo der beste Trunk mag sein,
nimm den Krug und fülle Wein!
Alles Trauern, Leid und Klage,
wie wir Menschen täglich haben,
eh uns Clotho fortgerafft,
will ich in den süßen Saft,
den die Traube gibt, vergraben.

Kaufe gleichfalls auch Melonen
und vergiss des Zuckers nicht,
schaue nur, dass nichts gebricht!
Jener mag der Heller schonen,
der bei seinem Gold und Schätzen
tolle sich zu kränken pflegt
und nicht satt zu Bette legt;
ich will, weil ich kann mich letzten!

Bitte meine guten Brüder
auf die Musik und auf ein Glas!
Kein Ding schickt mich,dünkt mich, bass
als gut Trank und gute Lieder.
Lass ich gleich nicht viel zu erben,
ei, so hab ich edlen Wein!
Will mit andren lustig sein,
muss ich gleich alleine sterben.

26 Dezember 2006

Das Leben geht weiter... als Du!





2006 geht seinem Ende entgegen. Und nicht nur Franz Wegener erinnert mich, dass auch ich meinem Ende nahe.

Der Lack ist ab.

Die Lebenslügen sind entlarvt.

Das Ziel ist klar.

Was fehlt ist der Sinn.

Vielleicht ist er ja die Hoffnung, die zuletzt stirbt.

Was soll 's.

Aufgabe?

Selbst das stinkt nach der letzten Anstrengung, der eigenen Existenz einen Schein von Bedeutung zu inszenieren, sich ein einziges und letztes Mal wichtig zu tun.

Wenn das Leben schon kein gelungener Auftritt war, soll doch wenigstens der frei gewählte Tod den Abtritt mit Knalleffekt bieten.

Und dann?

Du verpuffst mit nichts sagendem Knall und das Leben lebt über Dich hinweg und weiter hin, als hättest Du nie existiert und ehrlich, für das Leben in seiner ganzen Bedeutung existierst Du schon jetzt nicht.

Du endest. Das Leben geht weiter... als Du!

Also weiterhin her mit dem Leben, her mit seiner Lust, seiner Angst, seinen Schmerzen.

Her mit den Träumen, den Wünschen, den Lügen!

Leb den Rausch und verschlafe die Wahrheit! Die Wahrheit ist, Du lebst um zu sterben. Aber die Wahrheit hilft Dir nicht über den Tag!

Du glaubst, Du verschwendest Deine Zeit mit Konsum, Spiel und Sex?

Halte einmal inne und erkenne Deine Endlichkeit. Ziehe den letzten Schluss aus dieser Erkenntnis und erlebe, wie Dich jede Lebenslust verlässt. Schneller denn je flüchtest Du dich in den blinden Lebenstaumel.

Alles was wir heute verlieren, müssen wir nicht mehr vermissen, wenn wir am Ende sind.


Frohes 2007!

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