22 November 2006

Jan Neumann ist neu!





Diese Klarheit, diese Sauberkeit.

Schön.





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All about Eve oder Der KFVR tanzt!



Das Medium hat auf Eva-Maria gewartet. Wer diesen Informationsumsatz bei dieser Qualität pro Beitrag halten kann, verdient Respekt. In Sachen Umsatz schwenke ich freudig die weiße Fahne der Kapitulation :-)

Meine Qualität? Je marche! Je marche! Je marche!

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Der iPod Shuffle




Oh, that is sooo very jeune francaise, Steve! :-)

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19 November 2006

Das Dilemma des Mahnmals




Liebe Eva-Maria,

ich hoffe nicht, dass meine Antwort erregt erschien. Engagement wollte ich ausdrücken, Erregung nicht.

In der Frage der historischen Verantwortung bin ich ganz bei Dir.

Aber wie vermitteln wir diese Verantwortung heutigen und zukünftigen Generationen und zwar ohne den Rückgriff auf Augenzeugen und Antiquitäten des Schreckens?

Die Generation der Zeugen stirbt uns zu beiden Seiten des Schuld-Grabens weg und selbst der unvermeidliche Guido Knopp kann nicht auf ewig das Holocaust-Kaffekränzchen des deutschen Bildungsbürgertums warm halten.

Ohne den direkten Rückbezug auf die Erinnerung der Opfer und Täter, werden die Antiquitäten und Immobilien des Schreckens mit fortschreitender historischer Distanz auf bloße Antiquitäten und Immobilien reduziert.

Menschen können sich selbst an etwas erinnern. Menschen können ihre Erinnerung anderen Menschen vermitteln.

Gebäude, Gegenstände, ja selbst Texte können ohne den Rückbezug auf solche gelebte Erinnerung, aus sich selbst heraus, niemand an irgendetwas erinnern, geschweige das persönliche Bewusstsein einer historisch begründeten Verantwortung wecken.

Diese sozio-psychologische Frage geht weit über unseren Gegenstand hinaus, weil sie so grundsätzlich ist:

Was bewahrt unsere empfundene Verantwortung für die Verhinderung eines neuen Völkermords vor dem Schicksal, das andere kollektive Erinnerungen an Schuld bereits ereilt hat?

Können wir verhindern, das auch aus unserem Gedenken Folklore und Themenparks entstehen?

Nein.

Wir tragen die Verantwortung dafür, unsere historische Verantwortung mit immer neuen gegenwärtigen und damit gelebten Bezügen lebendig gehalten bleibt, obwohl wir ihre parallele Trivialisierung nie verhindern können.

Auschwitz verliert seine Bedeutung ohne den 11. September und die Rütli-Schule.

Die Rechte hat begriffen, dass sich überlebte und entleerte Mahnmale gegen Schändung durch Neuinterpretation, Programmierung und Projektion nicht wehren.

Wir müssen um diese neuen Bedeutungen streiten, dürfen sie nicht kampflos übergeben.

Die Mahnmale unserer Verantwortung müssen auf unser Jetzt und Hier zeigen Wenn sie uns an die Vergangenheit erinnern sollen.

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15 November 2006

Egalität ist unbequem und real - Liebesbriefe an den Führer


In einem Punkt gebe ich Eva-Maria recht: "Die Deutschen hatten eine Wahl, die Juden nicht; das wird für immer der Unterschied bleiben, dem sich niemand entziehen kann."

Allerdings hat dieser historische Unterschied keine Bedeutung mehr für das Selbstverständnis beider Gruppen in der Gegenwart.

Niemand kann unseren Eltern und Großeltern ihre damalige Entscheidung für Gut oder Böse abnehmen, geschweige sie negieren.

Die Entscheidung bleibt ein Fakt, mit dem sie wie wir leben müssen.

Aus diesem Fakt lassen sich weder Opfer- noch Täter-Identitäten für gegenwärtige Generationen ableiten.

Wer sich als junger Deutscher über die Täter-Rolle seiner Vorfahren identifiziert, macht es sich ebenso bequem, wie ein junger Jude, der sich als Opfer identifiziert, weil seine Eltern oder Großeltern Opfer gewesen sind.

Beide entziehen sich der Verantwortung, ihre eigenen Entscheidungen über Gut und Böse im Jetzt und Hier zu rechtfertigen.

Beide identifizieren sich so als Opfer der Generationen vor ihnen.

Es ist einfach und bequem den Nazi in der eigenen Familie genau darauf zu reduzieren, ihm seine menschlichen Zwänge und Opfer abzusprechen und ihn so als Stereotyp Täter zu entmenschlichen.

Egal wie eindringlich ich mich über ihn als Teil eines Täter-Volkes identifiziere, gleichzeitig benutze ich den Stereotyp um mich doch im Gegensatz zu ihm zu bestimmen.

Denn ich bin ja der geläuterte, Mensch gebliebene, gute Deutsche. Und in dem harten Gegensatz zum deutschen Nazi der Vergangenheit, darf ich das auch immer bleiben.

Die Lesung der "Liebesbriefe an Hitler" in der Tagungsstätte "Synagoge" in Wittlich hat ein Gutes: Sie kratzt an unserer Bequemlichkeit ein Volk von Tätern zu sein.

Ich muss mich mit Schicksalen auseinandersetzen, die nicht in meine bequeme Typisierung passen, sondern, bei aller untilgbaren Schuld, menschliche Schicksale sind.

Ich muss mich in den Ängsten und Hoffnungen dieser wieder Mensch gewordenen Stereotypen wiederentdecken.

Das bricht den Gegensatz auf, der es mir erträglicher machte, zu einem Volk von Tätern zu gehören.

Ich kann meine Entscheidungen über Gut oder Böse nicht mehr mit der Schuld des alten Nazi rechtfertigen, denn dieser Mensch ist nur mein Spiegelbild.

Das schmerzt.

Das zwingt mich aus der kollektiven Schuld in die eigene Verantwortung.

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14 November 2006

Beta-Blogger





Ich glaube nicht, dass sich Blogger dieser Doppeldeutigkeit in der deutschen Sprache bewusst ist.

Ich bin jetzt jedenfalls auch auf Beta Blogger umgestiegen und fühle mich sehr wohl in den neuen Gestaltungsmöglichkeiten.

Wer sein Blog auf blogger.com führt, dem kann ich den Wechsel auf die neue Ebene nur empfehlen! Danke an Eva-Maria für diese Inspiration!

publish or perish!

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13 November 2006

Blog-Herbst, Blog-Frühling



In der Blogosphäre können zwei Jahreszeiten zusammenfallen.

Mein Freund Jan Neumann droht die Schließung seines Blogs aus schlechten Motiven heraus an. Ich unterstelle ihm Winterdepressionen und bitte: Lass es sein, Jan. Lass es es ruhen und wieder gedeihen.

Eva-Maria Stuckel, Präsidentin des Kulturfördervereins Ruhrgebiet, meine Präsidentin hat die Zeichen der Zeit immer schon gekannt, jetzt handelt sie!

Hoffentlich reißt Ihre Initiative auch Franz Wegener wieder aus seiner heideggerschen Web 2.0-Flucht!

Publish or Perish!

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