Meine erste Reaktion auf
Dolphin, den neuen Datei-Manager für
KDE: "Wozu denn das, Es gibt doch schon
Konqueror, Datei-Manager, Web-Browser, alles in einem?!"
Tja das sollte
Konqueror auch sein, Tatsache ist aber, dass er beide Aufgaben nur zu 90% erfüllt und dass die jeweils fehlenden 10% genau dass sind, was im Zweifel fehlt.
Deutlich wird dieses Dilemma vor allem dann, wenn man
Konqueror als Web-Browser benutzt. In den dort fehlenden 10% kommt man an der parallelen Installation von
Firefox und/oder
Opera nicht vorbei, um wirklich 100% der angebotenen Webseiten korrekt darzustellen.
Die Situation ist vergleichbar mit
Safari auf Apples Mac OSX. Auch er nutzt wie
Konqueror KHTML als Rendering Engine. Auch er gibt dem Nutzer nicht 100% des Webs. Auch hier müssen
Camino,
Opera oder im schlimmsten Fall
Internet Explorer Lücken füllen.
Wer auf die Situation reagiert, indem er das Web nur durch
Firefox oder
Opera betrachtet, braucht in
KDE nur noch einen nahtlos integrierten Datei-Manager. Dafür ist
Konqueror wie ein Schweizer Armee Messer, wenn man eigentlich nur einen Flaschenöffner braucht.
Im Gegensatz zu
KDE hat Apple bis jetzt nicht versucht,
Safari mit dem
Finder zu verbinden. Ein Programm für eine Anwendung. Man kann mit Recht sagen, dass diese Konzentration auf eine Aufgabe, jedes Programm in der Entwicklung seiner Funktionen stärkt.
Man merkt
Konqueror an, dass die Entwicklung seiner Datei-Manager Funktion zugunsten seiner Web-Browser Funktion vernachlässigt wird. So gesehen, gibt
Dolphin dem
KDE Nutzer die 10%, die
Konqueror zum perfekten Datei-Manger fehlen und schleppt nicht die 90% Prozent Web-Browser mit sich, die ein
Firefox Anwender eh nicht braucht. Das allein sollte zum Beispiel meinen Freund Oliver Loch für
Dolphin interessieren ;-)
Also, wenn
Dolphin als Datei-Manager so schön mächtig und schlank ist, warum nutzt Werner Habel dann trotzdem noch
Konqueror für Web, Festplatte und einfach alles?
Die Frage ist die Antwort. Für mich ist der entscheidende Vorteil von
Konqueror gerade, dass ich eine Anwendung für alles habe und mir keinen Gedanken darüber machen muss, wo die Information die mich interessiert gespeichert ist und mit welchem Programm ich sie deshalb aufrufen muss.
Konqueror zeigt sie mir. Egal wo. Irgendwie.
Für diese Bequemlichkeit zahle ich gern den Preis, für 10% aller Web-Seiten
Firefox starten zu müssen.
Die Entwickler von
Dolphin wissen, dass es
KDE Nutzer wie mich gibt und haben deshalb auch nicht vor,
Konqueror zu ersetzen. Sie geben einfach allen Firefox Liebhabern in
KDE, die 50% von
Konquerer nie gebraucht haben, endlich eine Alternative.
Ich sehe in
Dolphin eine notwendige Entwicklung für
KDE, wenn auch nicht für mich.
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