30 Juni 2006

Apples Open Source Strategie


Hat Apple eine Open Source Strategie? Offensichtlich. Entspricht Apples Open Source Strategie den Erwartungen seiner Kunden? Offensichtlich nicht immer.

Die konkreten Argumente, die Mark Pilgrim für seinen Wechsel von Mac OS X nach Linux ins Feld führt, sind nicht wirklich Argumente gegen Mac OS oder für Linux.
Die meisten Kommentare treffen zwei wichtige Fakten:

1. Die Gefahr von Datenverlusten ist nicht ein alleiniger Nachteil proprietärer Systeme und die Lösung heißt immer und überrall Backup, Backup, Backup.

2. Kein System, weder XP, noch Linux, noch MacOS macht irgendetwas "out of the box", d. h., ohne manuelle Konfiguration. Ganz gleich, was dieser lustige Werbespot versucht uns zu verkaufen, Computer sind keine CD-Spieler und selbst die müssen heute konfiguriert werden, um zu tun, was sie sollen.

Das ärgert mich an Pilgrims Argumentation.
Wer sich davon zu einem Wechsel von XP oder MacOS zu Linux motivieren lässt, wird mit Sicherheit zweifach enttäuscht werden.

1. Auch in Linux können Daten verloren gehen, wenn sie vorher nicht gesichert werden. (Wann hat Werner eigentlich zum letzten Mal ein Backup gemacht?... oh... :-[

2. Man muss Linux nicht weniger konfigurieren/personalisieren als MacOS, nur anders.

Die einzigartigen Vorteile von Linux werden nicht genannt. Es sind seit 1991 die selben:

1. Frei, wie in Freiheit *und* wie in Freibier
2. Offen wie in ehrlich
3. Sicher
4. Stabil
5. Schnell
6. Flexibel

Ich hoffe Mr. Pilgrim entdeckt diese wirklichen Vorteile noch, nachdem seine Erwartungen enttäuscht wurden.

Apples wirklich großes Problem im Bezug auf Open Source wird von Tim Bray viel besser beschrieben:
"Eine paranoide Kommunikationskultur"
Apple ist eine glänzend polierte undurchdringliche Festung. Man sieht das Geheimnis seines Erfolges nicht in der Qualität seiner Produkte, sondern in der konsequenten Verweigerung der offenen Kommunikation mit der Außenwelt.
Man führt Verkaufspräsentationen, der Rest ist Schweigen.

Apple bleibt immer das schöne unerreichbare Geheimnis.
Wunderschön, bis zum ersten Problem.
Wer die hier verlinkten Posts verfolgt, sieht, welche Probleme man mit Mac OS haben kann. Wenn man sie hat... ist man allein.

Steve Jobs könnte diese Probleme mit einem Schlag lösen.
Im selben Moment, in dem MacOS Open Source wird, wird das Internet zu Apples Kundenservice und zu Apples Entwicklungslabor.
Mac OS X würde Linux und Windows im Staub hinter sich lassen.
Das wird nicht passieren.
Weil Steve Jobs immer noch von seinem lebenslangen Trauma verfolgt, dass Bill Gates Mac OS mit Windows kopiert und besiegt hat.

Seine Reaktion darauf war und bleibt Paranoia. Das war 1984 falsch. Das war 1997 falsch. Das ist 2006 so falsch wie nie zuvor.
Jobs hat für Apple keine Nische erschlossen, sondern Apple in eine Nische eingesperrt und damit alle weiteren Entwicklungsmöglichkeiten verhindert.

Apple könnte an der Spitze der Open Source Bewegung stehen, statt dessen steht es hier.
Schade.

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28 Juni 2006

Rabies - "Bad Ass Molly"

Rabies, gleich noch ein neuer fester Link in der Friends-List und zur Feier des Tages gleich mal... endlich!!! ihre aktuelle CD "Bad Ass Molly" gekauft!

Zum Verständnis: Mit drei dieser musizierenden deutschen Bildungsbürger, verbinden mich einige feucht-fröhliche Jahre gemeinsamer Sklaverei in der selben deutschen Bildungsanstalt.

"Bad Ass Molly", übersetzt ins neue Döner-Deutsch 2006 hieße das wohl "voll konkret krasse Denise-Jeniffer". Aber das wäre für einen CD-Titel wohl doch zu lang und für Irish Folk Rock stilistisch auch eher irreführend.

Den auf diesem Silberling darf man tatsächlich nicht einen westfälischen Eminem erwarten, der wasweissichwelche Hackfresse featured.

Nein, hier erwartet den geneigten Hörer, handgemachter Irish Folk Rock vom Feinsten, stillsicher und dabei doch mutig genug, auch mal in zumindest verwandten Genren zu wildern.

Die dabei verwendeten Zutaten sind ebenso bekannt, wie perfekt eingesetzt.
Da gibt es an Handwerk und Autentizität nichts auszusetzen.
Allein das macht die CD schon zu einer unbedingten Kaufempfehlung!
You get what You paid for!

Da dies aber hoffentlich nicht die letzte CD war, die die Jungs unter 's Volk bringen, hat der immer noch geneigte Hörer für ihr nächstes Album noch eine Wunschliste offen:

Das bereits erwähnte Wildern in verwandten musikalischen Genren ist noch nicht ausgereizt und darf gern noch mutiger werden.

Johnny Cash, dessen "Folsom Prison Blues" tadellos zitiert wird, hat in seinem Spätwerk "American Recordings" einiges hinterlassen, das für Karsten Fechners Stimme geradezu gemacht ist. Auch der hoffentlich noch lange lebendige Mark Knopfler wartet mit Alben wie "Ragpickers Dream" eigentlich nur darauf, endlich von den Rabies gecovert zu werden. Und wer die Jungs etwas länger und näher kennt, der weiß, dass tief im Innern noch ein Ska-Wahnsinn brennt, der sich endlich auch mal auf einem Album austoben will.

Lauter unentdeckte Spielplätze, auf die wir uns für die Zukunft freuen.

Mit dem Stichwort Austoben kommt zum Schluß mein größter Wunsch für das nächste Rabies Album: Bitte Jungs, macht, dass es ein Live-Album wird!!!

Die fehlende Live-Atmospähre ist das einzige Problem von "Bad Ass Molly". Alles klingt zu perfekt, zu sauber und im wahrsten Sinn, zu nüchtern. Irish Folk als Studioaufnahme ist nun mal wie Kampftrinken mit Claustahler alkoholfrei.

Das wird besonders beim einzigen, schwachen Song des Albums deutlich: "The Foggy Dew"
Hier haben Rabies versucht, aus einer Ballade eine... noch balladeskere Ballade zu basteln und daraus wurde etwas zu viel des Guten...

Letztlich bleibt es aber bei meinem Urteil: Molly is bad ass sexy! Kaufen! Kaufen! Kaufen!
Und für die Zukunft von Rabies geht noch 'ne Menge!

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Blog'n'Pencil

Blog'n'Pencil, das Online-Atelier von Markus Immerheiser ist jetzt fest in meiner Friends-List verlinkt. Sorry Markus, für meine 2! Fehlversuche beim verlinken von deviantart... peinlich...

:-[


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25 Juni 2006

KDE muss sterben! Und Gnome auch! Linux braucht einen Standard-Desktop!


Ich bin ein KDE Evangelist. Ich arbeite gern mit KDE. KDE ist die beste Bedienungsoberfläche für Linux. Trotzdem bin ich sicher, dass das Standard-GUI für Linux in Zukunft nicht KDE heißen wird. Genauso wenig, wie es GNOME heißen wird.

Solange beide Lösungen existieren, wird es kein Standard-GUI für Linux geben. Solange es kein Standard-GUI gibt, kann Linux den heiligen Gral des IT-Marketings, den Desktop des DAU nicht erobern.

Das GUI eines typischen Linux-PC ist heute ein leidlich zusammenhängendes Patchwork der Einzelteile der zwei am weitesten verbreiteten, völlig verschiedenen GUIs, die von zwei unterschiedlichen Entwicklergruppen getrennt voneinander entwickelt werden: Gnome und KDE.

Dabei bietet jedes GUI dem Benutzer in jedem Arbeitsfeld, seine eigene Neuerfindung des Rades an und zwar in Konkurrenz zueinander.

Zu den ersten Entscheidungen, vor die ein bisheriger Windows- oder MacOSX-Benutzer bei seiner allerersten Linux-Installation gestellt wird, gehört seine Wahl zwischen den zwei GUIs: Gnome oder KDE?

Warum muss er diese Entscheidung treffen?! Er weiß nicht, was KDE ist, er weiß nicht was Gnome ist; geschweige kennt er ihre Unterschiede.
Was schafft eine Situation, die uns zu Entscheidungen zwingt, deren Konsequenzen wir nicht kennen? Verunsicherung und Angst, ausgerechnet in einem Moment der von Vorfreude erfüllt sein sollte, auf die Befreiung aus den Ketten proprietärer Software!

Warum kann der Benutzer nicht von einem konsistenten und kohärenten GUI begrüßt werden, mit einheitlichem Look'n'Feel und der Gewissheit das alle Einzelteile des Systems reibungslos miteinander zusammenarbeiten?

Warum statt zwei getrennten und damit schwachen Lagern, nicht eine starke Entwicklergemeinschaft, die gemeinsam am bestmöglichen Standard-GUI für Linux arbeitet?

Dieser Artikel kommt zu dem Schluß, dass KDE dem Benutzer nicht das Gefühl eines kohärenten Ganzen gibt.
Ich stelle fest: Es gibt im Augenblick keine einzige Linux-Distribution, der es gelänge, Linux als ein konsistentes, geschweige kohärentes, ganzheitliches System anzubieten. Und das ist letztendlich die einzige Existenzberechtigung für jeden Linux-Distributor.

Wenn Linux kein ganzheitliches System wird, bleibt Windows ohne Alternative.

Es geht seit langem nicht mehr um den Informatikstudenten, den Linux schon 1995 überzeugt hat und der heute Enlightenment oder xfce als Linux-GUI nutzt. Es geht längst um seine Mama, seine Oma, seinen Papa.

Weder darf KDE Gnome schlucken, noch von Gnome geschluckt werden. Entsprechend der menschlichen Natur, würde das mehr Neid und Eitelkeit schaffen, als mit zukünftigen Erfolgen aufgewogen werden könnte.

Wenn es den Entwicklern von KDE und Gnome mit ihrer Konkurrenz zu Windows ernst ist, dann lösen sie ihre beiden Projekte heute noch auf und gründen morgen ein neues gemeinsames Projekt für das Standard Linux-GUI.

Die Richtung ist klar und bekannt.
Ich freue mich auf das Standard Linux-GUI!


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18 Juni 2006

Von Microsofties, Äpfeln und... Menschen!

Ich mag den Scobleizer.

Robert Scoble zeigt auf erfrischende Weise, das vieles, das mir an Windows nicht gefällt, weniger mit der Software und mehr mit der inneren Einstellung der Menschen zu tun hat, die hinter der Software stehen.

Allein die Tatsache, dass es den Scobleizer gibt, spricht für eine radikale Wende in der Politik von Microsoft.
In der Vergangenheit reichte es aus, die Anwender mit mehr oder weniger sanftem Zwang an die eigenen Produkte zu binden.
Diese Epoche ist offensichtlich vorbei.

Microsoft betreibt offenes Marketing! Kommunikation mit dem Kunden! Selbstkritik!
Der Anbruch des Goldenen Zeitalters?

Nein. Microsoft reagiert auf den Druck des Marktes so schnell und konsequent, wie schon seit den Tagen, als es noch Kriege um das dominante Textverarbeitungsprogramm gab. Diese Politik wurde bei der Vernichtung von Netscape erfolgreich perfektioniert. Mit der Wiederkehr von Netscape als Mozilla ist der neue Feind klar: Open Source.

Im Gegensatz zu Apple, brauchte Microsoft nie einen Evangelist. Jetzt schon. Und peng! Da ist auch schon der Scobleizer!

Die Open Source Community darf sich keine Illusionen machen.
Von Microsoft kopiert zu werden, ist weder Kompliment, geschweige denn ein Zeichen von Schwäche. Es ist die offene Kriegserklärung!
Wer glaubt, die Open Source Bewegung könnte Microsoft ändern, ohne selbst dabei verändert zu werden, ist so naiv wie die Stundenten von 68.

Wie ernst es Microsoft ist, zeigt sich hier.
Ray Ozzie beerbt Bill Gates als Chef-Ideologe, während Gates sich nun darauf konzentriere kann, die Welt zu verbessern.

Es ist die beste mögliche Entscheidung!
Gates ist mit seiner Goldgräber-Mentalität nicht mehr der richtige Führer für die Märkte der Zukunft. Die erfordern ein Vielfaches seiner sozialen Kompetenz, um erfolgreich zu sein.

Mit Ray Ozzie kommt jemand, der Allianzen nicht erzwingen muss, sondern sie aufbauen kann. Angesichts des "Charakters" von Steve Ballmer, darf man für die Zukunft eine noch erfolgreichere Arbeitsteilung von Guter Bulle/Böser Bulle erwarten.

Und kann man es eigentlich laut genug sagen? Ray Ozzie hat ein Blog!!!
Steve Jobs hat keines!

Am Punkt dieser Erkenntnis, müsste unser bekanntes Universum augenblicklich in einer Logikwolke verpuffen.
Steve Jobs, eines der größten Marketing-Genies des Planeten, hat kein Blog!
Er darf keines haben.
Der offene Charakter des Blogs würde den Nimbus von Apple als Kunstwerk zerstören.
Und dieser Nimbus ist alles, was Apple von den Träumen der Marktführerschaft noch übrig geblieben ist.
Der tatsähliche Marktführer kann sich die scheinbar gelassene Offenheit, die er insgeheim dringend nötig hat, entspannt leisten.

Aber die Zwänge des Steve Jobs gehen tiefer.
Er darf den Stress des Tagesgeschäfts nicht in den wohlverdienten Unruhestand eines Visionärs verlassen.
Auf tragische Weise, ist der Erfolg von Apple ohne Steve Jobs heute noch unvorstellbarer als vor 20 Jahren.
Die Firma hängt am Tropf kanibalisierter Märkte. Der Gedanke an eine Nachfolge grenzt an Ketzerei. Muss Jobs bei einer Keynote tot zusammenbrechen?

Linux auf dem langen Marsch durch den Markt.
Microsoft auf dem Weg zum Kunden.
Apple an seinen Grenzen.

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17 Juni 2006

Mein erstes Post mit Performancing als Editor

Performancing ist eine neue Erweiterung für Firefox, die das Erstellen von blog-posts sehr viel kompfortabler macht, als es der Blogger Web-Editor erlaubt. Ich bin nach 5 Minuten Nutzung regelrecht begeistert. Unbedingte Empfehlung für alle Blogonauten :-)



powered by performancing firefox

13 Juni 2006

Warum Blogger? Google Earth goes Linux! MacWorld Keynotes mit Linux!

Hier wurde mal gefragt, warum ich ausgerechnet bei Blogger und damit bei
Google veröffentliche. Gute Frage. Es gibt tatsächlich flexiblere
Blog-Plattformen.
Blogger überzeugt durch Einfacheit. Was nicht geht, geht eben nicht. Keine
halbfertig implementierte und damit nutzlose Funktion.
Was geht, das geht mit ein paar Mausklicks. Wer im Vergleich dazu mal
versuchen will, sein neues Blog bei Wordpress E-Mail-fähig zu machen, dem
wünsche ich viel Spaß. Mir fehlt dazu die Zeit.
Ich habe nichts gegen Lernkurven, wenn sie notwendig sind. Und wenn mich
Einfachheit in die Ketten eines proprietären Systems locken soll, sage ich
auch dankend Nein. Sorry Skype. Nein, Danke! ;-)

Aber wenn die Alternative zu einem Mausklick die Konfiguration eines
Mail-Servers ist, dann verzichte ich klaglos auf ein Mehr an Flexibilität und
veröffentliche eben lieber bei Google.

Google büßt gerade für seine verkorkste China-Politik.

Ich verstehe jeden, dem die immer stärkere Ausdehnung von Google in neue
IT-Services vor diesem Hintergrund Angst macht. Ich verstehe jeden, der ein
neues Microsoft befürchtet.

Ich will nicht ausschließen, dass Google sich dahin entwickelt. Aber es gibt
ebenso hoffnungsvolle Zeichen in eine andere Richtung:

Google Earth für Linux

Google Summer Of Code

Google entwickelt seine Produkte verstärkt und ausdrücklich für Linux.

Warum?
Warum versuchen sie nicht weiterhin, mit ihren Produkten Microsoft-Produkte
von der Microsoft-Plattform zu verdrängen.

Der Weltmarkt für Software entwickelt sich dank der Open Source Bewegung immer
stärker analog zu den Märkten für Wasser und Strom.

Die Software der Zukunft muss durch die Breitband-Netze der Welt zu ihren
Nutzern fließen und dort funktionieren. Immer. Überall. Unter allen
Umständen. Sonst nichts. Der Markenname von Software wird so wertlos werden,
wie es der Markenname von Leitungswasser und Strom heute schon ist. Die
Anbieter, die ihre Software nur über eigene Netze, zu eigenen Bedingung
anbieten, werden unterliegen gegen die Anbieter, die den Fluß ihrer Software
überall, immer und unter allen Bedingungen garantieren können.

Google will nicht das Microsoft der Zukunft werden.
Google will das e-on der Zukunft werden.

Und auch an anderer Stelle ist man mit Linux endlich wieder auf der richtigen
Seite.

Ich habe mich hier ja schon mal darüber beschwert, dass ich Windows immer noch
booten muss, nur um mir das hier ansehen zu können.
Vorbei.
Meine Windows-Partition hat ihre letzte Existenzberechtigung verloren.
Dank VLC!

Ich möchte nicht enden, ohne meinem Freund Karsten zu seiner Hochzeit zu
gratulieren! Mehr muss man im Leben nicht erreicht haben, um zu gewinnen :-D

So und jetzt genieße ich weiter Steve auf meiner Linux-Box ;-D