30 Juli 2005

Elberadtour 2005, Tacho: 8414 km

"Stover Strand International" bei Drage.
http://www.camping-stover-strand.de

Die Etape hier hin:
Nicht zu kalt, nicht heiß, perfekt.
Idyllische Landschaften zum Durchfahren, einschließlich des beschaulichen Atomkraftwerks Krümmel ;-)

Alles in allem, eine ebenso erfolgreiche wie angenehme Trainingseinheit.

Aber das bis jetzt durchreiste Bundesland ist definitiv ein Etikettenschwindel. Es müsste eingentlich Auf- und Niedersachsen heissen, denn auch die heutige Strecke war eine muskelgteriebene Berg- und Talbahnfahrt, mit zum Teil extremen STEIGUNGEN. Gegen die gestern beschriebene "Schwedenschanze" blieb aber alles eine Spazierfahrt ;-)
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29 Juli 2005

Elberadtour 2005, Tacho: 8341 km

Nachtrag: Standort: Camping-Platz auf einem HÜGEL! In der Nähe von Hitzacker.
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Elberadtour 2005, Tacho: 8341 km

Nach einem Tag der Rekonvaleszens, heute wieder eine klassische tour de force bei anhaltender Sonne mit nur unbedeutenden Unterbrechungen.

Nicht zuletzt diese Hitze trug zur Härte der heutigen Etappe bei. Es war einer dieser Tage, der Mario und mich auf der Bodensee-Tour dazu trieb, unsere Köpfe in öffentliche Brunnen zu tauchen ;-)

Doch die Hitze hat nur einen anderen Faktor in seiner demoralisierenden Wirkung potenziert.

Der treue Leser erinnert sich, dass ich zu Beginn der Tour von Gegenwind, nein, von GEGENWIND! berichtet habe.
Heute muss ich von STEIGUNGEN! berichten.

Man denke sich einen bewaldeten, steilen Hügel.
Man denke sich weiter einen unbefestigten Pfad aus weichem, rutschigen Untergrund, der ein mit Gepäck beschwertes Rad tief einsinken lässt, ohne ihm den geringsten Halt zu bieten.

Weder Dirk noch ich konnten unser Rad hinauf fahren. Beide mussten wir es in drückender Schwüle hinauf schieben.

Wer mein Liegedreirad kennt, weiss was "sein Rad hinauf schieben" für mich bedeutet...
Zu Beginn des Pfades fühlte ich mich noch wie Fitzgeraldo, der ein Dampfschiff durch den Amazonas-Dschungel hindurch wuchtet. Weiter oben, immer noch kein Ziel vor Augen, biss mir der eigene Schweiss in die Augen, mein Herz war pochend in mein Mittelohr gwandert und bunte Lichter tanzten vor meinem schwimmenden Blick. Ein guter Augenblick und Ort um zu sterben.

Nein, ich wollte nicht, dass man mir hilft.
Ja, ich habe das mal wieder in einem Ton deutlich gemacht, der in der Liebe nichts zu suchen hat.
Sorry, Süßer!
Robo-Wern hat 's allein geshafft!

Der richtige Moment, um die positiven Hohepunkte dieser Etappe zu nennen:

Dirk und ich vor dem Tor des Atom-Müll Endlagers Gorleben. In der allgegenwärtigen Terror-Bedrohung hinterlässt das zumindest nicht erkennbare Sicherheitskonzept der Anlage ein mulmiges Gefühl im Bauch...

Ich konnte zumindest ohne eine Reaktion der GSG9 zu provozieren, meiner Pflicht zum zivilen Ungehorsam nachkommen.
Entsprechend meiner politischen Verortung als bündnisgrüner Realo, verrichtete ich meine kleine Notdurft am Geländezaun. Widerstand! ;-)

Die Sonne beschien heute niedersächsische Landschaften, für die der Begriff "ländliche Postkarten-Idylle" erfunden wurde. Einfach schön!

Fazit: Eine Etappe, die uns beiden alles abverlangte und der wir nichts schuldig geblieben sind.
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Elberadtour 2005, Tacho: 8278 km

28. 07.: Keine Veränderung in der Tacho-Anzeige? Richtig! Wie gestern bereits angekündigt, sind wir heute vorsätzlich der Versuchung der Wendland-Therme und des bis jetzt sonnigsten Tages überhaupt erlegen.
Doch auch wenn die Waden-Muskeln heute mal nicht trainiert wurden, für Hirntraining blieb umso mehr Muße. Dirk verschlingt mit Patrick Süßkinds "Das Parfüm" weiterhin einen Kult-Bestseller der Achtziger. Hier findet sich die Geschmacksschnittmenge für den Diplom-Chemiker und den Liebhaber des klassizistischen Frankreich. Ich grabe mich derweil weiter durch mein... Projekt. Mein Mentor ist eingeweiht;-)
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27 Juli 2005

Elberadtour 2005, Tacho: 8278 km

Back in the FRG! ... Don 't know how lucky you are boy! Mit diesem Remix des Beatles-Klassikers ist der Grundton dieses Eintrags gesetzt. Ich könnte davon berichten, wie ich auf der heutigen tour de force Strecken überwunden habe, die für mein Liegedreirad entsprechend ihrer Spurbreite und ihres Zustands eigentlich verboten sein müssten. Das ist hiermit erwähnt. Aber es wird überstrahlt von der Freude endlich wieder im Westen, genauer, zum ersten Mal seit Reisebeginn auf einem westdeutschen Camping-Platz zu sein. Camping-Park Gartow in Niedersachsen.

Wer mein Reisetagebuch verfolgt, kann nachvollziehen, wie sich eine Abneigung gegen Camping von Beginn der Tour an stetig anstaute. Irgendwann brach sich mein Frust über kaum erträgliche sanitäre Anlagen, kaum vorhandenen Service, wuchernde Kosten und epidemische Muffeligkeit Bahn.

Schaue ich jetzt auf das Angebot des Camping-Parks Gartow, muss ich zu dem Schluß kommen: Nicht das Camping an sich war Stein meines Anstosses, es war das Camping im Osten, im schlimmsten Fall, der Osten an sich.

Ich messe diese ganz besondere deutsch-deutsche Teilung der Kürze wegen, an drei Vorteilen vo Gartow ab:
Platzeigener Supermarkt
Zahlreiche Sportanlagen
Wellness-Thermalbad
http://www.campingpark-gartow.de

Klar, dass wir morgen hier bleiben, um im Thermalbad zu entspannen.

Sollte dieses Blog bis jetzt eine ostdeutsche Leserschaft gehabt haben, spüre ich sie mit meinen nächsten Sätzen endgültig wegbrechen.

Aber ein Comming-Out soll man nicht unterdrücken:

Ich bin ein Wessi!
Ich bin ein westdeutsches Kid of the 80's!
Meine Pubertät wurde geprägt von Coke
NDW
und AIDS

Nicht von Klub-Kola
Puhdys
und FDJ
Meine Meme sind gesetzt.
I know, how lucky I am.
Mag der Osten irgendwann ankommen.
Ich bin längst da, wo ich sein will.
Ich warte auf ihn.

Zum Schluß noch eine Abbitte an meinen Mentor, Franz Wegener.
Seine jüngste Arbeit "Weißhaar und der Bund der Guoten" konnte mir nicht zugestellt werden. Nicht etwa, weil ich gerade in Urlaub bin. Sondern, weil ich, anders als mein allzeit voraus schauender Lieblings-Ingenieur, versäumt habe, meine PACKSTATION-Karte während meiner Abwesenheit einer Vertrauensperson zu überlassen. Ist das einem Abonnenten von WIRED Magazine würdig?
Nein.
Das ist un-hip.
Das ist anakronistisch.
Das wird beim nächsten Mal besser.

Versprochen!

;-)
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26 Juli 2005

Elberadtour 2005, Tacho: 8197 km

Nachtrag zum letzten Eintrag: korrekter Tacho-Stand.
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Elberadtour 2005, Tacho: 8159 km

Camping-Insel bei Havelberg. Kurz-Etappe, weil die Route heute einen Waschtag anbot. Trocknen will im heutigen Niesel aber nichts. Auch die Wetterwende entpuppt sich als Wendehals :-(

Es gibt hier einen schönen , festungsartigen Dombau aus dem Mittelalter. Die alte Innenstadt versucht Tourismus fördernd pitoresk zu wirken; aber die Schminke brökelt von der hier wie schon so oft spürbaren Hoffnungslosigkeit des Ostens, wie der Putz von den Fassaden der heruntergekommenen Häuser. Die Botschaft der Eindrücke ist klar: Deutschland bleibt von einer Mauer des Wohlstands geteilt. Der Versuch einer Existensgründung ist hier Ausdruck einer masochistischen Neigung. Und als Urlauber, der immer die Rückzugsmöglichkeit in den Westen hat, fühlt man sich peinlich berührt bei dem Gedanken an das Gejammer seiner Mit-Wessis. Hier ist die nackte Not mit Händen zu greifen und hier wird sie auch nicht so bald verschwinden. Trotz Angie.

Aber auch im Positiven erhielten Dirk und ich heute eine Lektion in Demut. An einem Rastplatz trafen wir einen Radler jenseits seiner Sechzig, der uns beim Pausenschmaus von seinen zehn Jahren Tourerfahrung erzählte:

Keine Tour unter 1000 Kilometern. Reiseziele bis in den Balkan, ja bis zum Baikal-See. Alles auf eigene Faust. Dabei oft Tourbedingungen, wie man sie sonst nur aus abenteuerlichen Reisedokumentationen im TV kennt. Und kein Gedanke an 's Aufhören.

Respektvolles Staunen vor diesem menschlichen Dynamo. Und die leise Hoffnung, dass wir in diesem Alter auch so drauf sind.
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25 Juli 2005

Elberadtour 2005, Tacho: 8159 km

Der letzte Camping-Platz am Niegripper See war im Übrigen eine Nepp-Falle! Nur denen weiter zu empfehlen, die gern 14 Euro für einen Tag ohne Service ausgeben! Alle anderen sind gewarnt!

Vor dem Hintergrund meiner gestrigen Überlegungen zum Thema Neigungen/Abneigungen, hat die heutige Etappe beispielhaft gezeigt, wie absolut geil Radfahrn sein kann und wie total nervig Campen ist.

Der einzige Wermuthstropfen waren kurze Teilstrecken über halsbrecherisches Ost-Kopfsteinpflaster. Kurze Notiz an meinen Noch-Bundesverkehrsminister Stolpe: So wird das nichts mit dem Aufschwung Ost!

Ansonsten waren die 60 Kilometer das angenehmste Training, dass ich mir vorstellen kann. Das teurste Fitness-Studio kann Dir weder das Gefühl der Beschleunigung, den Fahrtwind, die frische Luft, noch die wechselnden Eindrücke geben. Und Du triffst dort keine Reisegruppe von 4! Liegeradlern, mit denen Du Erfahrungen austauschen kannst! Das ist meine Vorstellung von fit for fun :-)

Aber dann liegt die Strecke hinter Dir.
Deine Beine sind müde, Du bist verschwitzt und 100 tote Insekten ruhen sanft auf Deinem Gesicht. Du willst nur noch eins: Duschen!

Doch was erwartet Dich am nächsten Camping-Lager? Duschkabinen, gegen die die Nasszellen deiner alten Schulturnhalle wie aus dem Hilton wirken. Ich weiss, dass mancher Mann das erotisch findet. Ich ziehe selbst dann jede gute alte Zechen-Kaue vor ;-)

Seuftz. Aber mein Boss bezahlt nicht mehr, als das Zelt auf dem Gepäckträger.

Zum Glück ist mein Lieblings-Ingenieur auch der Jamie Oliver des Camping-Kochers. Und so gibt es im Zelt jeden Abend einen Hauch von Luxus. Besser geht 's nicht.
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24 Juli 2005

Elberadtour 2005, Tacho: 8099 km

Ein Camping-Platz am Niegripper See, Sachsen-Anhalt. Ich wage es unter Vorbehalt, mit dem heutigen Tag eine Trend-Wende beim Wetter zu verkünden. Die Notwendigkeit, sich beim Radfahren mit Sonnenöl zu schützen, spricht für sich :-) Auch wenn es heute kein physisches Tief zu überwinden gab, kam für mich in Magdeburg der mentale Burnout.

Ich bin, im Gegensatz zu meinem Liebsten, weder ein Genußradler, und schon gar kein Genuß-Camper.

Ich fahre Rad, weil es mich unabhänging, preiswert und ökologisch verantwortbar von A nach B bringt und mir gleichzeitig die Gebühr für 's Fitness-Studio spart. Fitness und Mobilität sind für mich zwingende Notwendigkeiten und für das Rad habe ich deshalb keine Alternative. Sein einziger Reiz liegt für mich in dem Erlebnis selbstbestimmter Beschleunigung.

Campen ist für mich nichts mehr, als ein notwendiges Übel als Konsequenz endlicher finanzieller Mittel. Mit jedem Tag, den mein unbefriedigender Job näher rückt, wächst mein Wunsch nach dolche far niente in der Bequemlichkeit meines Heims und meine Toleranz für Stress durch künstlich geschaffene Obdachlosigkeit sinkt.

Heute war meine kritische Masse erreicht und ich habe Booom gemacht. Da ich on the job genug Stress schweigend schlucken muss, ist das auch legitim.

Jetzt ist mein Druckkessel erstmal wieder leer und ich kann mich an der Tatsache erfreuen, dass das erhoffte Mehr an Fahrkomfort, sich durch die von Dirk vorgenommenen Modifikationen tatsächlich eingestellt hat.
Danke! :-)
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23 Juli 2005

Elberadtour 2005, Tacho: 8041 km

Ein Camping-Platz bei Pretzien. Nach unserer gestrigen Tour de Force hatte ich heute ein tiefes Kraftloch zu durchkämpfen. Beinkrämpfe sind ein schönes Gefühl, sobald der Schmerz nachlässt. Dirk hat die Einstellung meiner Radschuh-Bindung modifiziert und wir hoffen so, meinen gefühlten Fahrkomfort zu verbessern. Schaunmerma! Die Tacho-Marke von 8000 Kilometern hat Robo-Wern heute trotzdem und wider alle Widrigkeiten geknackt und darauf bin ich stolz! Heutiger Sight-Seeing-Höhepunkt war das Bauhaus in Dessau. Ich bin ein Liebhaber des Bauhaus-Designs und überzeugt von der ihm zugrunde liegenden Direktive "Form folgt Funktion". Mag sein, das Bauhaus-Architekten wie Cropius und Le Corbusier an den Bau-Sünden der siebziger Jahre Mitschuld trugen, mag aber genau so gut sein, dass sie dabei mehr missverstanden, als getreu kopiert wurden. Was die Gestaltung von Gebrauchsgegenständen angeht, sind die Bauhaus-Konzepte bis heute unübertroffen. Wer einen wahren "Klassiker" sehen will; das Bauhaus wurde 1925 errichtet und fügt sich optisch in 2005 als wäre es erst gestern eingweiht worden.
Wollt Ihr nach soviel kulturellen Betrachtungen wirklich noch wissen, wie das Wetter heute war? Na dann seid unbesorgt: Es war ;-)
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22 Juli 2005

Elbradtour 2005, Tacho: 7980 km

Dessau. Ein sehr versteckt liegender Camping-Platz. Zunächst eine Gegendarstellung auf Wunsch meines Lieblings-Ingenieurs: Dirks Hinterrad wurde entgegen meiner unprofessionellen Schätzung natürlich nicht komplett neu eingespeicht. Vielmehr wurden die vorhandenen Speichen neu justiert. Nachdem das Universum nun wieder in Ordnung ist, kann ich verkünden, dass wir heute die besten Wetterbedingungen seit Beginn unserer Tour hatten. ;-) Bis zum Schluß trocken, nicht zu kalt, nicht heiss.

Bei bei unserem Zwischenstopp in der Lutherstadt Wittenberg kam es zum ersten Promotion-Gespräch über mein Kettwiesel von Hase. Mein Liegedreirad erregt auf jeder Tour vielfaches Interesse und inzwischen macht mir die Rolle des Kettwiesel-Evangelist richtig Spaß. Aber der amerikanische Tourist von heute, musste gar nicht mehr überzeugt werden. Er kannte das Kettwiesel schon und war nur traurig, das Hase in den Staaten noch kein Händlernetz unterhält. Ich kann mir das kaum vorstellen, zumal Hase in Sachen Liegerad europaweit top ist. Wir machen da was!

Es soll zum Schluß nicht unerwähnt bleiben, dass der heutige Tag das für mich härteste Streckenstück der bisherigen Tour enthielt. Der Wörlitzer Park, angelegt vom Goethe- und auch sonst kunstbesessenen Fürst Franz von Anhalt-Dessau in der Zeit Napoleons. Ein riesiges Areal, in das ganze Dörfer als Teil des Gesamtkunstwerks eingebunden sind. Alles sehr schön, solange man sich nicht über schmale Damm-Spitzen oder unbefestigte Waldwege kämpfen muss... Aber Robo-Wern gibt niemals auf! ;-)
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21 Juli 2005

Elbradtour 2005, Tacho: 7891 km

Zuerst, eine Nachricht an die beste Mama meiner Welt: auch wenn die letzten beiden Einträge eine andere Sprache gesprochen haben; Mach' Dir keine Sorgen um mich!
Meine körperliche Form steigt stetig und ich mache hier nichts gegen meinen Willen ;-) Das ist nicht meine erste Tour dieser Größe und Streß am Anfang war fast immer. Bis auf das Wetter läuft fast alles wie geplant. Dirk lässt ausrichten, dass seine hydraulischen Scheibenbremsen aus dem vorherigen Beitrag tatsächlich Felgenbremsen sind und dass sein Hinterrad inzwischen erfolgreich neu eingespeicht wurde. So weit, so perfekt. Wenn das Wörtchen Wetter nicht wäre...
Nach der Gegenwind-Attacke von gestern, war heute taglanger Dauerregen angesagt. An Zelten war da nicht zu denken. Nach unseren Stationen Bad Schandau und Strehla liegen wir nun in einer Pension in Prenietz im kuscheligen Bett und harren der morgigen Wollkenbrüche.
Aber Mainz müssen wir nicht mehr beneiden, wenn die Wetterberichte stimmen ;-)

Ach ja, Fotos vonnet ganze wird es nach dem Urlaub unter dem Link "Meine Fotos" zu sehen geben.
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20 Juli 2005

Elbradtour 2005, Tacho: 7819 km

Das Thema des heutigen Tages war Gegenwind. Nein, Gegenwind ist das falsche Wort, richtiger ist GEGENWIND!!! Gegenwind der jeden Kilometer doppelt zählen lässt. Und was wird von diesem Tag in Erinnerung bleiben? Richtig: G E G E N W I N D ! ! !
Warum ich mir das alles trotzdem jedes Jahr auf 's neue antue? Weil mein Liebster sich sonst quängend zuhause langweilen würde und weil ich so den unausweichlichen Verfall meines Körpers wenigsten um ein paar Jahre hinaus zögern kann.
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19 Juli 2005

Elbradtour 2005, Tacho: 7763 km

Was mich angeht, wurde der heutige Tag von zwei Dingen bestimmt:
1. Mein Kampf gegen die eigene Unfitness. Ich bin selten körperlich so unvorbereitet in eine große Tour gegangen und das hat sich heute gerächt. Aber bis zum Abend hatten sich meine Beine daran erinnert, was Arbeit ist und meine Waden sehen auch wieder so aus. Robo-Wern is back!
2. Tückischer Regen, der immer dann anfig, wenn ich meine Regenkleidung gerade ausgezogen hatte, und immer dann aufhörte, wenn ich sie gerade wieder angezogen hatte :-(

Alles in allem, bekommt dieser Tag von mir aber doch einen Daumen hoch.

Dirk hatte bis jetzt mehr Pech. Erst verstellten sich seine hydraulischen Scheibenbremsen und blokierten das Hinterrad. Das hat mein Lieblings-Ingenieur bis auf weiteres in den Griff bekommen. Aber jezt ächzen seine Hinterradspeichen, wie zuletzt bei Mario auf der Frankreich-Tour. Wir hoffen, dass sie bis Hamburg halten.
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Elbradtour 2005, Tacho: 7690 km

Nach einer Odyssee über Frankfurt, Nürnberg und Dresden sind wir nun endlich auf unserem ersten Zelt-Platz, in der Nähe von Bad Schandau. Ehrlich, dieser Tour-Start ging mächtig in den Eimer und ich bin um einige Nervenzusammenbrüche reicher. Schuld: die Fahrradmitnahme der Deutschen Bahn, oder genauer, was die Bahn unter dem Begriff treibt.
Hier werden Radfahrer zusammengefärcht wie Hühner in einer Legebatterie und das Ergebnis ist ein Kampf um jeden Stellplatz, wie um das letzte Stück Brot auf Erden.
Ich habe für heute Kanal voll und es kann nur besser werden! :-(
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16 Juli 2005

On the road again!

So Freunde!

Ab morgen, 17. 07., 19:30h werden Dirk und ich wieder unsere Räder besteigen
und Alltag, Stress und körperlichem Verfall davon eilen.

Unsere diesjährige Tour geht von Dresden nach Hamburg.

Ihr werdet in diesem Blog mein Reisetagebuch verfolgen und gern auch
kommentieren können.
Ich aktualisiere es regelmäßig von unterwegs.

Ich werde mein Handy tagsüber nicht online haben, höre aber regelmäßig meinen
AB ab.

Auch diese Tour wurde freundlich unterstützt von:

http://www.hasebikes.com/des/kettwiesel/index.php
und
http://www.die-radgeber.de/spezialraeder.html

Am 07. 08. sind wir wieder zurück!

Bis dann!

Werner

15 Juli 2005

Die Stauffenberg Light Show

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20461/1.html

Erschütternder, verstörender, erschütternd wahrer Essay. Wer beim Lesen in die
Welt um sich schaut, den schaudert.

Sag beim Abschied leise Ssservus...

http://www.heise.de/newsticker/meldung/61729

11 Juli 2005

Krieg der Welten - Untergang der Zauberer

Ich mußte einen Tag später diese Kritik im Spiegel online lesen, um eine
Ahnung davon zu bekommen, was mir Steven Spielberg mit seinem neusten Film
sagen will:
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,362796,00.html

Ohne diese Kritik hätte ich diese Chance nicht bekommen, der Film selbst gibt
sie nicht her.
Ich bin auch immer nicht ganz sicher, ob Daniel Haas den selben Film wie ich
gesehen hat, wenn er Parallelen zum Holocaust und zum11. September 2001 zieht
und aus Tom Cruise und Dakota Fanning "(Spielbergs) eigene Orpheus und
Eurydike" schafft.
Hier interpretiert jemand am cineastischen Desaster solange herum, heraus und
hinein, bis auch die größte Enntäuschung schön gedeutelt wurde.

Kann es ein vernichtenderes Urteil über einen Spielberg geben, als das man ihn
sich vom Feuillton erklären lassen muß?
Seine Klassiker hatten das nicht nötig. Ihre Botschaften waren unmittelbar,
ohne platt zu sein.

Mit Krieg der Welten stürzt Spielberg in eine tiefere Identitätskrise als
Woddy Allen, als dieser daran scheiterte Ingmar Bergmann zu imitieren.
Spielberg scheitert daran, sich selbst zu imitieren.

Zwar beweist er auch hier seine Meisterschaft in der Darstellung des privaten
Mikrokosmos seiner Figuren. Eine von der Kritik gern übersehene Fähigkeit,
die schon in "Der Weiße Hai" für Menschlichkeit und Glaubwürdigkeit sorgt.
Was Spielberg Tom Cruise in der Darstellung eines an sich selbst gescheiterten
White Trash der "Just Do It!"-Generation abverlangt, geht bis an die engen
Grenzen von dessen Talent.
Kommunikation mit seiner Ex-Frau und seinen Kindern ist nur noch in banalen
Witzen oder verbaler und physischer Aggression möglich.
Auch wenn Tim Robbins den Prototyp eines alles Fremde und Mächtige hassenden
UNA-Bombers gibt, wird Spielbergs klarer Blick auf das private Amerika
deutlich.
Aber er stellt dieser trost- und hoffnungslosen Realität keine positive Vision
mehr entgegen. Ist die Menschheit am Ende auch vor den Aliens gerettet,
bleibt sie doch weiter sich selbst ziellos überlassen.
Die von den Aliens industriell betriebene Ausrottung der Menschheit, lässt den
Zuschauer dabei seltsam unberührt. Zu keinem Zeitpunkt gelingt es Spielberg,
eine emotionale Bindung zwischen seinen Protagonisten und dem Publikum
aufzubauen.
Doch nur die Protagonisten bieten einen greifbaren Bezugspunkt für das
Schicksal der untergehenden Menschheit an und da dieser fehlt, bleibt bis zum
überflüssig zuckerigen Ende nur leere Teilnahmslosigkeit.

All das könnte noch von einer atemberaubenden Tricktechnik vor dem entgültigen
Desaster gerettet werden.
Doch gerade hier zeigt sich das größte Problem des Films.
Spielberg hat die Lust am Effekt verloren.
Rein formal ist an den dargestellten Aliens nichts zu Mäkeln. Sie sind riesig.
Sie sind gnadenlos. Sie sind tödlich.
Und trotzdem lassen sie den Betrachter kalt.
Ihre Auftritte sind lieblos in Szene gesetzte Materialschlachten. Das Ausmaß
der von ihnen angerichteten Vernichtung ist so überwältigend, dass auch hier
jeder Bezug zum individuellen Leid verlorengeht.
Was vor diesem unpersönlichen Hintergrund bleibt, ist die ganz private Krise
einer weißen amerikanischen Unterschichtsfamilie.
Und keiner der Darsteller bringt das nötige Talent mit um diese Krise
überzeugend zu vermitteln.

Das der werktreue Plot zum Ende hin immer weniger in unser beginnendes
Zeitalter der Genetik passt, ist da nur eine Enttäuschung unter vielen.

Die Glaubwürdigkeit der absoluten Überlegenheit dieser außerirdischen Rasse
mag im 1898 von H. G. Wells bestanden haben, heute ist sie dahin.

Spielberg beendet sein Trauerspiel mit dem letzten Versuch eines Selbstzitats.
Aber auch der scheitert.
Das zuckerige Happy-End gerät viel zu verlogen um zu berühren.

Was ist aus den großen Zauberern Hollywoods geworden?
Nach George Lucas scheint nun auch Steven Spielberg seine Gabe verloren zu
haben, über Bilder etwas zu vermitteln, das über die Bilder hinausgeht.

Bleibt die Hoffnung, dass diese Krise in einen Neuanfang führt.

02 Juli 2005

Feel the Fire!

http://www.apple.com/trailers/universal/king_kong/large_g.html

Peter Jacksons KING KONG kommt im Dezember

01 Juli 2005

Waechter der Nacht (Nochnoi Dozor): Kinostart erneut verschoben

http://www.moviegod.de/film_news_detail.php?id=5471

Unbedingt gucken Freunde, egal wann! Ich komme dann gern mit!
Hochwahrscheinlich ein moderner Klassiker des Fantasy-Horrors.